Management Constellations

Die szenische Arbeit im Management

In den späten 1990er Jahren setzten erstmals Beraterinnen und Berater die systemische Aufstellung organisationsintern in der Arbeit mit (Führungs- und Projekt-)Teams ein. Dabei legten sie das Augenmerk sowohl auf Beziehungsdynamiken zwischen den einzelnen Akteuren, als auch auf ganz spezifische Managementfragen: Validierung von strategischen Optionen, Simulation von organisatorischen Veränderungen, Verbesserung der Beziehungen zwischen den einzelnen Anspruchsgruppen usw. Zudem zogen sie die von einer Fragestellung direkt betroffenen Führungskräfte bzw. Mitarbeiter als Stellvertreter in die Aufstellungsarbeit mit ein.
 
Zur Anwendung gelangten Aufstellungsformate, wie sie von Gunthard Weber und anderen Beratern unter dem Titel Organisationsaufstellungen und von Insa Sparrer/Matthias Varga von Kibéd unter dem Titel Systemische Strukturaufstellungen entwickelt worden waren.
 
Seit ungefähr 2000 habe ich in Zusammenarbeit mit anderen Beratern – namentlich soll an dieser Stelle Georg Senoner erwähnt werden – begonnen, im Rahmen von Workshops und Grossgruppenveranstaltungen die Systemaufstellung einzusetzen. Daraus hat sich sukzessive eine Interventionspraxis entwickelt, die wir "Management-Constellations" nennen. Diese greift auf einzelne Formate der Systemischen Aufstellung zurück und kombiniert sie mit den Methoden des Konzeptes der “Lernenden Organisation” (P. Senge, C.O. Scharmer u.a.) sowie anderen systemischen Verfahren wie z.B. dem "Group-Field" (D. Benz-Chartrand) und dem "Dialog" (D. Bohm). Diese sehr spezifische Art von Interventionspraxis erschliesst in Entwicklungs- bzw. Veränderungsprozessen das stillschweigende, sogenannte implizite Wissen (M. Polanyi) und führt über einen gesteuerten Prozess von kollektivem "Sensemaking" (K. Weick) zu innovativem Denken und Handeln.

 

Management Constellations machen nicht nur die verborgen im Hintergrund liegenden Dispositionen – oder man könnte unter Verwendung einer Analogie auch sagen: die DNA – einer bestimmten Unternehmenspraxis unmittelbar erfahr- und einsehbar, sie geben auch Aufschluss über anschlussfähige Schrittfolgen im Hinblick auf eine in sich konsistente Weiterentwicklung des Unternehmens. Sie prognostizieren dabei weniger eine abstrakte Zukunft als dass sie Anhaltspunkte liefern, wie auf der Basis von systeminhärenter Exzellenz konkrete nächste Schritte zur Bewältigung einer bestimmten Herausforderung getan werden können. Diese Orientierung am jeweils sehr Konkreten erleichtert den involvierten Personen, nachhaltige Lösungen zu erarbeiten und zu implementieren. mehr...


Spezifika der Management-Constellation

  • Fokussierung auf Managementthemen
  • Betroffene werden als Repräsentanten aufgestellt
  • Vergemeinschaftung der Wirkung des Lösungsbildes in einem Dialog
  • Verwendung von unterschiedlichen Aufstellungsformen
  • Einbettung in einen übergeordneten Prozess

Siehe auch: oa meets management: Auf den Spuren des impliziten Wissens (Vortrag gehalten an der Infosyon-Fachtagung in Fulda)