Open Space

Von allen Konferenz-Formen bzw. Grossgruppen-Interventionen ist der "Open Space" jene mit der einfachsten Grundstruktur. Vorgegebene Strukturelemente sind neben einer zentralen Fragestellung einzig das Plenum sowie parallel verlaufende Workshop-Einheiten. Letztere haben eine feste Zeitdauer von zwischen 45 und 90 Minuten.

 

Im Rahmen eines im Vorfeld der Veranstaltung festgelegten thematischen Fokus bringen die Teilnehmenden diejenigen Aspekte in den "Open Space" ein, die sie beschäftigen und die sie zusammen mit Gleichgesinnten vertiefen wollen.

 

Das Format des "Open Space" ist darauf angelegt, die Selbststeuerungskräfte in Gruppen möglichst ohne Schranken wirken zu lassen. Entsprechend sind die Lenkungseingriffe auf ein Minimum reduziert. Sie konzentrieren sich im wesentlich auf

  • das Setzen des Themas
  • das Erklären des Rahmens, d.h. der Vorgehensweise und der Spielregeln
  • das Einhalten der Zeiten des gemeinsamen Austausches im Plenum

Inspirieren liess sich der Erfinder des "Open Space", Harrisen Owen, durch die angeregten Diskussionen in den Pausenzeiten der Fach-Kongresse sowie durch die dialogische Gesprächs- kultur in Stammesgesellschaften.

 


Es gelten die folgenden Grundregeln

  • Wer auch immer da ist: Es sind genau die richtigen Personen
  • Was auch immer geschieht: Es ist das einzige, was geschehen kann
  • Wann immer es beginnt: Es ist der richtige Zeitpunkt
  • Wenn es vorbei ist, ist es vorbei. Und wenn es nicht vorbei ist, ist es nicht vorbei


Nach der Einführung in das Thema und in die Spielregeln des "Open Space" durch einen Facilitator schreiben die Teilnehmenden ein oder mehrere sie bewegende Themen auf einen A4-Papier-Bogen. Diese Themen umreissen sie kurz inhaltlich im Plenum. Danach heften sie die Papierbogen mit ihren Themen an eine Wand, die aus einem Koordinatennetz von Arbeitsräumen und Arbeitszeiten besteht ("Agenda").

In einem nächsten Schritt tragen sich sämtliche Teilnehmende bei den Workshops mit den sie interessierenden Themen ein. In den Workshops selber werden die Themen diskutiert und erste Lösungen erarbeitet.

Die Ergebnisse aus den Workshops werden schriftlich festgehalten und allen Teilnehmenden zur Verfügung gestellt. Das Plenum findet bis zweimal täglich statt – zu Arbeitsbeginn und Arbeitsende – und bietet Raum für den Austausch von Informationen und das Ankündigen von Workshops zu neu auftauchenden Themen.

Der Ablauf eines zweitägigen Open Space könnte sich an der folgenden Grobstruktur orientieren:

1. Tag: Eröffnen des Open Space und Erklären der Methode - Sammeln der Themen und Erstellen der Agenda im  Plenum - Erste Workshop-Runde in Kleingruppen - Mittagspause - Zweite und dritte Workshop-Runde in Kleingruppen - Austausch im Plenum - Evtl. gemeinsames Fest nach dem Abendessen

2. Tag: Ergänzen der Themen im Plenum - Vierte und fünfte Workshop-Runde in Kleingruppen  - Mittagessen - Initiativen festlegen im Plenum - Max. zwei Workshop-Runden zur Konkretisierung der Initiativen - Evtl kurze Orientierung über die Ergebnisse im Plenum - Abschlussrunde (evtl. in Dialogform).

Den Teilnehmenden an einem Open Space steht es übrigens frei, einen laufende Workshop zu verlassen bzw. sich zu einem bereits laufenden Workshop zu gesellen ("Hummeln") oder auch einzelne Workshop-Runden auszulassen, um zu spazieren, nachzudenken oder mit Gleichgesinnten einen "Schwatz" abzuhalten ("Schmetterlinge").