Wissen hat wesentlich mit der Entstehung, Reproduktion und Modifikation - also der Herkunft und Zukunft - eines bestimmten Systems zu tun. Es umfasst neben dem Insgesamt von theoretischen Kenntnissen auch praktische Alltagsregeln und Handlungsanweisungen.
Wissen hat zwei Seiten. Eine Seite, die für jedermann zugänglich ist und die "explizites Wissen" genannt wird. Wer immer an dieser Seite des Wissens sich orientiert: Er bzw. sie kann "etwas" ohne weiteres zum Ausdruck bringen. Dieses Wissen ist auch einfach zu dokumentieren. Es ist das Wissen, das z.B. in (Hand-)Büchern, Lexika und Datenbanken abrufbereit gespeichert ist.
Die andere Seite des Wissens wird als implizites Wissen bezeichnet. Dieses Wissen stellt sich durch die praktische Erfahrung ein. Implizites Wissen lässt sich allerdings nur schwer zum Ausdruck bringen - vielleicht fällt einem dazu eine Geschichte ein... Trotzdem ist das implizite Wissen äusserst relevant für das erfolgreiche (Weiter-)Bestehen einer Organisation.
Das herkömmliche Wissensmanagement orientiert sich primär am expliziten Wissen. Wie aber gelangt man an das implizite Wissen?
Wiederholt gemachte Erfahrungen legen den Schluss nahe, dass durch die Systemaufstellung bzw. durch die Organisationsaufstellung implizites Wissen explizit gemacht werden kann; durch diese Transformation löst die Aufstellung ein wesentliches - vielleicht das zentrale - Postulat des Wissensmanagements ein: Die Antwort auf die Frage nach der Schaffung von neuem Wissen.
Systemaufstellungen liefern handlungsnahe Beschreibungen von Wirkungszusammenhängen in "lebenden" Systemen, also beispielsweise in Organisationen. Als Navigationsmethode zur Lösung komplexer Entscheidungsprobleme nutzen sie die Sprache des Körpers und des Raumes: Die Aspekte einer problematischen Situation werden mit Hilfe von Repräsentanten im Raum dar- gestellt - oder eben aufgestellt.
So wie andere sog. "intelligente" Kommunikationsarchitekturen bringen Systemaufstellungen das Erfahrungswissen von Organisationen zum Vorschein. Damit wird eine Ressource nutzbar - und damit zum Wettbewerbsfaktor - gemacht, die oft brach liegt. Mehr über die Aufstellungsarbeit...
Michael Polanyi : "We know more than we can tell."
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